Gruppenfoto Prämierungsveranstaltujng 2026

Mit innovativem Kochgeschirr, begrünten Hausfassaden und „Halleschem Haarschaf 2.0“ zum Erfolg

10.04.2026

Halle (Saale), 10. April 2026. Für den 61. Bundeswettbewerb von Jugend forscht qualifizierten sich heute auf dem halleschen Weinberg Campus neun talentierte junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Sachsen-Anhalt. Die Landessiegerinnen und Landessieger wurden in Anwesenheit von Bildungsminister Jan Riedel in Halle (Saale) ausgezeichnet. Beim diesjährigen Landeswettbewerb Jugend forscht/Jugend forscht junior, ausgerichtet von der TGZ Halle Technologie- und Gründerzentrum Halle GmbH und der ECH Elektrochemie Halle GmbH, präsentierten 63 Jungforscherinnen und Jungforscher insgesamt 38 Forschungsprojekte.

Jan Riedel, Bildungsminister des Landes Sachsen-Anhalt sagte: „Wenn junge Menschen experimentieren, tüfteln und ihre eigenen Fragen an die Welt stellen, entsteht genau der Geist, den Wettbewerbe wie Jugend forscht fördern wollen. Hier erleben Schülerinnen und Schüler, dass aus Ideen echte Projekte werden können – besonders in den MINT-Fächern, die für unsere Zukunft eine zentrale Rolle spielen. Die Beiträge der Teilnehmenden zeigen eindrucksvoll, wie viel Talent, Ausdauer und Einfallsreichtum in unserem Nachwuchs steckt. Allen, die mit Begeisterung mitmachen und diesen Wettbewerb unterstützen, gilt mein großer Dank.“

Landessiegerinnen im Fachgebiet Arbeitswelt wurden Zoé Leider (16), Agnesa Berisha (16) und Enie Knospe (15) vom Winckelmann-Gymnasium Stendal. Mit Blick auf eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Gastronomie entwickelten sie ein innovatives Kochgeschirr für Induktionsherde. Es schützt vor Verbrennungen, ist ergonomischer geformt als herkömmliche Utensilien und erreicht zudem eine optimierte Energieeffizienz. 

Den Chemie-Landessieg errangen Johanna Mathilda Luise Schmidt (18) und Clara Joachimi (18) vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle (Saale) mit ihrem Projekt „Hallisches Haarschaf 2.0: Eine systematische Analyse nachhaltiger Tensid-Katalyse“: An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg untersuchten sie, ob aus dem Wollfett von Schafen gewonnene Tenside als umweltfreundlicher Zusatz chemische Reaktionen im Wasser verbessern können.

Janis Rapthel (16) vom Georg-Cantor-Gymnasium Halle (Saale) siegte im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften. Er präsentierte ein neuartiges Konzept zur Begrünung von Hausfassaden. Anstelle von Trägersystemen aus Metall nutzte er spezielle Matten, die direkt an die Hauswand angebracht werden und den Pflanzen als Untergrund dienen. Zusätzlich entwarf er ein integriertes Bewässerungskonzept. 

In Mathematik/Informatik konnte sich Johannes Schmidt vom Gymnasium Martineum Halberstadt durchsetzen. Der 18-Jährige entwickelte eine Börsensimulationsplattform für den Einsatz im schulischen Unterricht. Im Gegensatz zu gängigen Softwaretools fördert sie langfristiges, risikoarmes Anlageverhalten und vermittelt Kompetenzen in einem breiten Spektrum an Anlageformen.

Mit dem Physik-Landessieg wurde Nele Schwabe (18) von der Landesschule Pforta in Naumburg ausgezeichnet. An der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg nutzte sie MRT-Messungen, um Wasserströmungen in einer 3D-gedruckten sogenannten Festbettstruktur sichtbar zu machen und ihre Geschwindigkeit zu berechnen. Ihre Absicht war es, Strömungen in komplexen Systemen genau zu verstehen, etwa für optimierte chemische Reaktoren oder künftige medizinische Anwendungen. 

Konrad Fassian (15) vom Elisabeth-Gymnasium in Halle (Saale) überzeugte die Jury in Technik. Am Jugendforschungszentrum Heilbronn entwickelte er einen kostengünstigen elektrischen Linearantrieb, der sich präzise ein- und ausfahren lässt und hohe Kräfte erzeugt. Sein Ziel ist es, mehrere solcher Antriebe in ein Rennsimulator-Gestell zu integrieren, um ein Fahrgefühl wie im echten Motorsport zu erzeugen: Beschleunigung, Bremsen und Kurvenlage sollen so für die Nutzenden realistisch spürbar werden.

Nach den Landeswettbewerben im März und April findet das 61. Bundesfinale vom 28. bis 31. Mai 2026 in Herzogenaurach statt. Gemeinsame Ausrichter sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und die Schaeffler AG als Bundespate.

Die Landeswettbewerbe von Jugend forscht und Jugend forscht junior werden von Patenunternehmen durchgeführt - in Sachsen-Anhalt sind das die ECH Elektrochemie Halle GmbH und der Technologiepark Weinberg Campus. Patenunternehmen verantworten als Gastgeber die gesamte Organisation und Finanzierung des Landeswettbewerbs.

Dr. Ulf-Marten Schmieder, Geschäftsführer des Technologiepark Weinberg Campus: „Aus allen Himmelsrichtungen Sachsen-Anhalts kommen junge Menschen jedes Jahr zu uns auf den Weinberg Campus, um im Landeswettbewerb Jugend forscht und Jugend forscht junior anzutreten. Sie zeigten uns und der Jury auch dieses Jahr wieder auf beeindruckende Weise, an welchen innovativen Prdoukten und Projekten sie geforscht und welche Erkenntnisse sie dabei nicht nur für sich selbst, sondern auch für die Gemeinschaft erarbeitet haben. Damit wird deutlich: Unsere Jugend forscht sehr erfolgreich, sie entwickelt sich prächtig – vor allem, wenn sie sich stets mit Menschen umgibt, von denen sie Neues lernen kann.“

Dr. Michael Hahn, Geschäftsführer der ECH Elektrochemie Halle GmbH: „Wir haben dieses Jahr nicht nur mehr Bewerbungen zum Wettbewerb erhalten, sondern insgesamt auch besonders viele ehemalige Teilnehmer von Jugend forscht unter uns – nicht nur im Wettbewerb selbst, auch unter den Besuchern, Betreuern und sogar den Juroren. Daran merkt man auch die Nachhaltigkeit: Wer einmal mit dem ‚Jugend forscht Virus‘ infiziert wurde, den lässt er nicht mehr los.“ 

Hintergrund

63 Schülerinnen und Schüler zwischen 10 und 18 Jahren aus Schulen der Städte Dessau-Roßlau, Gräfenhainichen, Großkorbetha, Halberstadt, Halle (Saale), Magdeburg, Naumburg, Spergau, Stendal und Wernigerode traten gestern und heute mit ihren insgesamt 38 Forschungsprojekten auf dem Weinberg Campus im Landeswettbewerb Sachsen-Anhalt von Jugend forscht und Jugend forscht junior gegeneinander an, nachdem sie als Sieger aus den landesweiten Regionalwettbewerben hervorgegangen waren. Sie präsentierten und verteidigten ihre Ideen, Innovationen und Forschungsprojekte gegenüber der Wettbewerbsjury aus ihrer Auseinandersetzung mit den Themen Multiperspektivität, Vielfalt und Offenheit in den Fachgebieten Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- / Raumwissenschaften, Mathematik / Informatik, Physik und Technik. Die Gesamtzahl der Anmeldungen am Wettbewerb erhöhte sich in Sachsen-Anhalt zum Vorjahr von insgesamt 207 auf 225.